Berichte 2003


31.05.2003 - ein Bericht vom leider schon am 08.04.2013 verstorbenem Sascha Langer


Mein erster nicht mein letzter Slalom
Erfahrungsbericht eines Slalom-Einsteigers

So, jetzt hatte ich mir also in den Kopf gesetzt, selber mal einen Slalom zu fahren. In meiner Kindheit war ich ziemlich oft auf Rennplätzen und das hat irgendwie geprägt.
Leider kamen meine Krankheit und damit meine Ertaubung, sowie ein paar Fehlinformationen (z.B. von einem ONS Mitarbeiter auf der Motorshow Essen; "Nicht-Hörende sind vom Motorsport ausgeschlossen!") dazwischen und ich wandte mich anderen Dingen zu.

Am 31. Mai 2003 sollte mein erster Slalom stattfinden, da Lauenau – der Veranstaltungsort – in meiner Nähe lag. Über das Internet hatte ich die Möglichkeit, einmal auf der DMSB Homepage zu schauen, ob im Sportgesetz irgendwas steht, was meinem Start widerspricht. Und dann habe ich in EWO’s Forum gepostet. Dort wurden dann meine Fragen soweit beantwortet. (Danke noch mal...) Unter anderem stellte sich heraus, dass eine Kontaktperson des veranstaltenden Automobilclubs in meiner Nachbarschaft wohnte.
Ich wollte meinen ersten Slalom nutzen, um zu schauen, ob ich für diesen Sport überhaupt ein Gefühl habe, ob das was für mich ist und ob es Spaß macht. Alles andere war eigentlich nebensächlich. Mein Auto war auch keineswegs besonders vorbereitet. Ein ganz normaler 91er Golf 3 GT mit einem Problem: Das Fahrwerk hatte seine besten Zeiten schon hinter sich. Ein neues Sport-Fahrwerk lag zwar schon zu Hause, aber aufgrund eines Unfalls eines Bekannten konnte es nicht rechtzeitig verbaut und eingetragen werden. Ich habe dann noch einen Tag vorher hinten zumindest die Dämpfer gewechselt, weil das Öl der alten Dämpfer nicht mehr vollständig da war, wo es hingehörte. Die einzige Abweichung vom Serienzustand war ein 32er Momo-Sportlenkrad.

Am Tag des Slaloms um ca. 8.30 Uhr sind wir (meine Verlobte und ich) dann schon auf dem Parkplatz des Autohofs Lauenau gewesen. Viel zu früh, wie sich dann rausstellte. Doch wollte ich die Strecke zu Fuß abgehen und möglichst viel andere fahren sehen. Streckenbesichtigung ist meiner Meinung nach wichtig und ich wusste nicht, ob ich während der Veranstaltung noch mal die Chance dazu gehabt hätte.

Besondere Vorbereitungen gab es ja für mich nicht zu treffen. Reifen mussten nicht gewechselt werden. Luftdruck habe ich so gelassen. Also stand nur Papier- und technische Abnahme an. Die Papiere waren schnell kontrolliert und die Startnummer angeklebt.

Bei der technischen Abnahme gab es ein kleines "Problem": Da ich ja am Vortag die Dämpfer hinten gewechselt hatte und wusste, dass zwei Tage später das gesamte Fahrwerk noch mal raus muss, habe ich die Hutablage und die Verkleidung, auf der sie aufliegt, entfernt und (aus Faulheit) nicht wieder verbaut. Da das Auto ohne diese Teile nicht original und das auch nicht eingetragen ist, hätte man Protest einlegen, oder mich gar nicht zulassen können. Meine Mutter hat dann die Teile vorbei gebracht und wir haben sie einfach ins Auto gelegt und dort fixiert.

Dann kam der Start.

Lauenau war eine Doppelveranstaltung vom Schaumburger und vom Stadthäger MC. In der SE Klasse gab es nur drei Starter. Davon haben zwei für den Schaumburger –Slalom genannt und nur ich für den Stadthäger. So konnte ich nicht mit den beiden anderen an starten, sondern musste getrennt alle drei Läufe hintereinander machen. Das war ein bisschen unglücklich, denn ich hatte keine Zeit, zwischen den Läufen mal nachzudenken, was ich vielleicht ändern könnte oder so. Abgesehen davon haben im dritten Durchgang die Reifen nachgelassen.

Natürlich war ich fürchterlich nervös. Das war allerdings vorbei, als ich durch das erste Tor gefahren bin. Von da an wusste ich, dass ich das Auto tatsächlich zwischen diesen beiden Pylonen durch bekommen kann. Zwischendurch hatte ich mich noch einmal gefragt, ob ich einen Abschnitt von der richtigen Seite angefahren hab ("Schweizer Slalom"), wonach ich dann beinahe noch das anschließende Tor verpasst hab. Nach dem dritten Durchgang aber ärgerte ich mich, dass ich nicht für beide Slaloms genannt hatte.

Es gab ein paar Leitsätze, Ziele oder wie auch immer man das nennen will, die ich mir gesetzt hatte:

Überhaupt an den Start zu gehen und nicht zu kneifen
Ich will mich nicht total blamieren
Meine Zeiten sollten von Durchgang zu Durchgang besser werden.
Spaß haben
An den Start gehen "musste" ich ja, weil ich sonst das Startgeld für nichts bezahlt hätte..

Die gefahrenen Zeiten waren mir an sich total egal. Ich muss aber für mich selber das Gefühl haben, ich kann das. Zwar fühlte ich mich tierisch schnell (und war’s nicht...) aber ich hatte das Auto zu jedem Zeitpunkt unter Kontrolle. Das war wichtig für mich. Meine Ziele habe ich alle erreicht: Die Zeiten sind von mal zu mal besser geworden, ich habe nichts umgerissen und Spaß hatte ich auch reichlich.

Nun weiß ich auch in etwa, was ich zu beachten habe. So hatte ich z. B. keine Ahnung, dass das Nennungsformular beim Start abgegeben werden muss (meins lag im Rucksack...) und dass man im Trainingslauf das Licht anschaltet.

Einen Pokal habe ich übrigens auch noch bekommen. Das war mir zwar eher peinlich, aber egal...

Die ganze Atmosphäre bei der Veranstaltung war toll. Es war recht einfach, ein Gespräch zu beginnen, Fragen wurden gerne und sofort beantwortet und man wurde... ja... ernstgenommen. Ich hatte auch wirklich Angst vor der technischen Abnahme, aber auch da war es locker, lustig und eher ermutigend.

Etwas enttäuschend war allerdings die Anzahl der Starter. Ohne den SE-Cup wäre die ganze Veranstaltung wohl schon nach drei Stunden vorbei gewesen.

Dann noch was zu der Ausschilderung: Ich kenne von früher, dass um den Veranstaltungsort überall solche Neon-Orange farbige Pfeile mit ADAC-Aufschrift den Weg weisen. So kommen auch ab und an mal ein paar Zuschauer und vielleicht auch Spontan-Starter an die Strecke. Das fehlte in Lauenau, wie auch in Sachenhagen schon. Es kann wohl kaum im Sinne des Veranstalters sein, so etwas unter Ausschluss der Öffentlichkeit durchzuführen.An der "Vermarktung", auch der Arbeit mit Zeitungen etc., kann man sicher noch was ändern. Einen Mitarbeiter der lokalen Presse habe ich nämlich auch nicht gesehen und es steht auch höchstens eine Vorankündigung in den kleinen Zeitungen.

Wichtig ist meiner Meinung nach, dass man nicht an den Start geht und versucht, alle an die Wand zu fahren, sondern erst mal seine eigenen Grenzen auslotet., versucht, sauber zu fahren und sich zu steigern.

Auf jeden Fall war das nicht mein letzter Slalom...

Sascha Langer

Allein auf weiter Flur im Kampf mit Linie und Pylonen

13.07.2003 - ein Bericht vom leider schon am 08.04.2013 verstorbenem Sascha Langer


Mein zweiter Slalom
Erfahrungsbericht eines Slalom-Einsteigers

Erst am 31. Mai hatte ich meinen ersten Slalom bestritten. Die Fortsetzung meiner "Rennfahrerkarriere" sollte nun in Ritterhude beim Teufelsmoor-Slalom stattfinden.
Gab es im Vorfeld einige Unsicherheiten und – um ehrlich zu sein – Ärgernisse, so wurde das am Tag der Veranstaltung mehr als vergessen gemacht. Vor meiner Nennung hatte ich per Mail eine oder zwei Fragen gestellt und keine Antwort bekommen. Diese betrafen das Fehlen, der in der Nennung geforderten medizinischen Unbedenklichkeitsbescheinigung. Wie auch schon zuvor hatte ich dann in EWOs Forum geschrieben. EWO meinte, ich solle meine Nennung einfach abschicken. Gesagt, getan...

Am 13. Juli fand dann der Teufelsmoor-Slalom statt. Da ich in Lauenau ganz alleine in meiner Klasse gefahren war, hoffte ich, dass diesmal mehr Teilnehmer an den Start gehen würden. Und ich wurde nicht enttäuscht. Ganze 12 Starter waren in der SE-Klasse genannt. Einmal gab es so mehrere Gegner, an denen ich mich messen konnte und es gab natürlich viel zu sehen.

Ich hatte schon ein paar mal schriftlichen Kontakt mit Heiko Born. Unter anderem hat mich auch sein Erfahrungsbericht vor meinem ersten Slalom sehr beruhigt. In Ritterhude habe ich ihn dann auch persönlich kennen gelernt. Bei unserer Ankunft im Fahrerlager musste dann meine Verlobte Edith als erstes ein eher beunruhigendes Geräusch hören ("iiiiiiiiieeeeeeeeekkk..... bummm"). Dabei wurde wohl während eines Tests oder so das Auto des SE-Cups erfolgreich kaltverformt, so dass leider keine SE-Cupler an den Start gehen konnten.
Eine Besichtigung der Strecke bestätigte den Eindruck, dass dieser Kurs etwas ganz anderes war, als der Parkplatzparcours in Lauenau. Diese Strecke war um einiges langgezogener gesteckt und führte um die Lagerhalle eines Möbelhauses. Der Untergrund war gepflastert (bis auf einen kleinen Abschnitt, auf den ich später noch zu sprechen komme) und – so mein erster Gedanke – Sau schnell. Gefiel mir auf Anhieb.

Meine Unsicherheit bezüglich der Papierabnahme stellte sich als unbegründet raus. Die Abnahme selber war schneller erledigt, als in Lauenau. Sehr unproblematisch. Gleiches galt für die technische Abnahme. Hier passierte aber etwas, was mir bis heute Kopfzerbrechen bereitet: Der Kommissar rüttelte an meiner Batterie (die sich auch sichtbar bewegte) und meinte, ich solle da was drunter legen. Leider wackelte das gute Stück später im Fahrerlager keinen Millimeter... andere haben es auch versucht... nix. Hm...
Kurz vor dem Start wurde ich dann doch mal wieder ein wenig nervös. Die Zeit vorher haben wir mit Fachsimpeleien ("Was hast du denn für einen Luftdruck?") mit Heiko und zwei seiner Clubkameraden totgeschlagen. Direkt vor dem Start aber ist sitzt man im Auto – oder steht daneben – und ist mehr oder weniger alleine.

Sehr gut war, dass es eine Einführungsrunde gab. Alle Starter sind auf die Strecke gefahren, um sie erst einmal locker zu erkunden. So konnte ich bei dem Wagen vor mir auch mal sehen, wie viel Platz noch zwischen Auto und Pylone ist. Als es dann richtig ernst wurde, verflog natürlich die Nervosität und eine gesunde Portion Adrenalin wurde ausgeschüttet. Es ist schon was wahres an der Aussage "When the flag drops, the bullshit stopps!". Wenn man einmal unterwegs ist, hat nichts anderes mehr Platz im Kopf, als die Linie und die Pylonen. Finde ich zumindest. Und wenn sich mal doch was anderes einschleicht, geht es einem wahrscheinlich, wie mir in meinem ersten Wertungslauf: Immer, wenn ich der Ansicht war, ich hätte nun was umgerissen, schaute ich in den Rückspiegel. Ein reichlich bescheuerter Reflex. Dadurch kam ich dann auch beim Zählen der Runden durcheinander. Also habe ich eine Runde zuviel gedreht. Was aber weniger schlimm ist, als eine Runde zu wenig. Dann wird der Lauf nämlich nicht gewertet. Als Konsequenz aus dieser Aktion werde ich wohl demnächst meine Seitenspiegel einklappen. Das sollte dann helfen. Hoffe ich... (Anmerkung von EWO: Das ist lt. Regelwerk nicht erlaubt, es grüßt der DMSB)

Der zweite Wertungslauf war dann ganz gut. Bis auf folgendes: Die Strecke war ja nun größtenteils gepflastert und nur ein kleines Stück Zufahrtstrasse war geteert. Man kam von dem Pflaster in einem relativ weiten Bogen auf diese Straße. Zwischen den Pylonen des ersten Tors nach der Pflasterstrecke, war der Teer beschädigt. Bei der Durchfahrt gab es also immer einen Schlag. Dazu kam, dass (wieder: meiner Meinung nach) das Auto hinten leichter wurde, wenn man auf das Teerstück fuhr. Da war ein kleiner "Knick" zwischen dem gepflasterten Stück und der Strasse.
So, im ersten Umlauf des zweiten Wertungslaufs habe ich diesen weiten Bogen im dritten Gang genommen. Durch den Schlag und das leichte Heck ist der Wagen aber gerutscht und ich hab eine Pylone umgerissen (hab ich aber im ersten Lauf auch schon...). An sich wollte ich beim nächsten Umlauf im zweiten Gang durch. Dann hab ich aber auf der anderen Seite des Kurses beim Runterschalten einen Gang nicht reinbekommen und bin total untertourig um eine Ecke und in einen schnellen Abschnitt gefahren. Tja... ich hab dann meine Vorsätze verdrängt und bin wieder im dritten Gang durch diesen Bogen, um die Zeit wieder rauszuholen. Diesmal war der Effekt ein wenig stärker. Zusätzlich zur geschmissenen Pylone hatte ich einen wüsten Schlenker.

Als Ergebnis sprang dann ein zehnter Platz heraus. Wirklich enttäuscht war ich aber nicht über mein Abschneiden. Denn ich habe wieder einiges dazu gelernt. So habe ich zum Beispiel nach dem Slalom in Lauenau das Fahrwerk gewechselt. Seither hatte ich aber noch keine Gelegenheit, dies richtig zu testen. Auch mit den Reifen hatte ich "experimentiert". Nach dem ersten Slalom war klar, dass ich diesen Satz nicht mehr für die Straße verwenden werde. Zwei der Reifen sind dabei etwas weicher als die anderen. Nach Lauenau waren die (weichen) Reifen an der Vorderachse arg strapaziert und ich dachte es wäre besser, die härteren vorne zu montieren. Offenbar war das aber ein Fehler, da ich dadurch ein fürchterliches Untersteuern hatte...

Nach dem alle Teilnehmer dann fertig waren, saßen die meisten dann zusammen an einem Tisch und haben auf die Siegerehrung gewartet. Das war auch recht lustig. Auch, wenn ich nicht alles von der Unterhaltung mitbekommen habe (wie schon mal erwähnt: ich bin taub), so habe ich auf jeden Fall die Atmosphäre sehr genossen.
Nun bin ich auch dabei, zu Überlegen, wie ich weiter mache. Dieses Jahr werde ich noch mit Tageslizenz und Straßenreifen an den Start gehen. Für nächstes Jahr will ich dann eine Lizenz beantragen. Und an sich möchte ich auch weiter mit dem Golf fahren. Da weiß ich nur noch nicht, in welchem Umfang ich Änderungen vornehmen will. Wahrscheinlich werde ich aber nur nach Slalomreifen Ausschau halten. Und auch da muss ich erst mal sehen, welche Größe am besten ist (13", 14", 15"?).

Für dieses Jahr muss ich mal sehen, wann und wo ich noch an den Start gehe. Ich möchte noch so viel wie möglich sehen und probieren. Das heißt eigentlich, unterschiedliche Strecken befahren und Wettbewerbskilometer sammeln.

Im August sieht es aber wohl nicht ganz so gut aus, bezüglich Veranstaltungen im Umkreis von Bremen und Hannover. Der Hildesheimer Slalom (Welfenpokal), der am 24. August stattfinden sollte, findet nun wohl schon am 10. August statt. Das ist ein wenig zu früh für mich.

Aber mal sehen.

Es geht definitiv weiter...


14.09.2003 - ein Bericht vom leider schon am 08.04.2013 verstorbenem Sascha Langer

Wochenend und Sonnenschein
Erfahrungen eines Slalom-Einsteigers

20°C, trocken und 100% Teer. Gibt es bessere Bedingungen für einen Slalom?
Der BP-Truckstop- und ADAC- BMC-Slalom in Schwarmstedt am 14. September war mit solchen Bedingungen gesegnet. Eigentlich hatte ich – vor allem vom Wetter her – das schlimmste erwartet, waren doch die letzten beiden Veranstaltungen eher verregnet.

Nichtsdestotrotz habe ich meine Nennung schon zwei Wochen vorher abgeschickt.Aufgrund natürlichem Verschleiß, hatte kurz nach meinem ersten Slalom das Fahrwerk gewechselt. Nun waren die Bremsen vorne verändert und mit neuen innenbelüfteten Scheiben, sowie Ferrodo-Sprint Belägen veredelt worden. Zusätzlich habe ich günstig einen Satz Dunlop D98J Sportreifen bekommen, welchen ich leider nur auf meine alten Stahlfelgen ziehen konnte. Es gab also mal wieder etwas neues.
Geplant war, dass ich die Reifen eine Woche vor dem Slalom auf einem großen Parkplatz anfahre. Das hat aber nicht geklappt, da die Reifen erst am Montag geliefert wurden. Also konnte ich nur Abend ein paar Runden drehen. Das war schon ein Abenteuer für sich: Um kurz nach 20 Uhr auf den Parkplatz und Reifen wechseln. Als die Reifen dann drauf waren, fing es an zu regnen. Ein paar Runden fahren (mit Unterstützung der besten Verlobten von allen) und dann im Regen wieder zurück wechseln.
Wirklich aufschlussreich war dieser kurze Test natürlich nicht. Weder hatte ich die Reifen auf Temperatur gebracht (dank des Regens), noch hatte ich überhaupt mal die Möglichkeit, die Bremsen richtig zu testen. Mir blieb einzig eine recht schnelle Runde über den Parkplatz. Diese Runde zeigte mir zumindest, dass die Gummis ziemlich viel Grip zu haben scheinen. Sie zeigte mir aber auch, dass Edith eher zarten Gemüts ist...

Nun aber zum Slalom selber.

Die Organisation und der Ablauf waren toll. Man konnte auf der Homepage des Burgdorfer MC ständig verfolgen, wer seine Nennung schon eingereicht hatte und wurde durch einen Email-Verteiler informiert. Bei einer Nachfrage kam schnell eine Antwort.
Wir kamen dieses Mal nicht ganz so früh an die Strecke, sind dann sofort zur Papierabnahme – die sehr schnell und unkompliziert abgelaufen ist – und haben dann gleich die Reifen gewechselt. Bei der Messung des Luftdrucks ist mir dann aufgefallen, dass mein Luftdruckprüfer nicht richtig funktionierte. Dummerweise war er irgendwie in die Waschmaschine gelangt. Er war dann zwar schön sauber, aber die Ergebnisse waren alles andere als korrekt. Zum Glück hat mir dann Eric Brée seinen Prüfer geliehen. Damit konnte ich feststellen, dass mein Prüfer auch vor der Wäsche kaputt gewesen sein musste. Die Fahrt zum Öl- und Luftservice war gleichzeitig meine erste Fahrt mit Sportreifen im Trockenen. Vor dem befüllen mit Luft musste ich dann sehen, welche Empfehlung ich beherzigen sollte. Insgesamt wurden mir Luftdrücke zwischen 1,9 und 2,6 Bar an der Vorderachse, sowie 1,6 bis 2,4 Bar an der Hinterachse empfohlen. Ich entschied mich für 2,0 und 1,8 Bar.
Bei der technischen Abnahme dann bekam ich noch den Hinweis, den Pluspol der Batterie (schon wieder was mit der Batterie...) abzukleben. Genau habe ich das nicht mitbekommen – da ich ja taub bin – und so hat Edith da die Fäden in die Hand genommen und später auch den Pluspol mit Leukoplast versorgt.
Ein wenig nervös wurde ich, weil der technische Kommissar so lange an den Reifen gesucht hat. Offenbar war meine Nervosität zu spüren, denn er meinte, er suche nach den E-Zeichen.

Ich war ein wenig spät dran mit der technischen Abnahme. Als ich dort hin bin, wurden gerade die Gruppen G und SE zum Vorstart aufgerufen. Es waren aber auch noch nach mir welche bei der technischen Abnahme. Am Vorstart musste ich dann ein wenig warten. Was gleichzeitig aber bedeutet, ich konnte gut zuschauen. Der Parkplatz in Schwarmstedt ist nicht besonders zuschauerfreundlich. Da sich der Vorstartbereich aber innerhalb des Parcours befindet, fahren die Autos quasi um einen herum.
Vor mir sind dann zunächst die sämtliche Starter der Gruppen G, sowie der anderen SE-Klasse gestartet.
Durch den gemeinsamen Start beider Gruppen, hatte man zwischen den Läufen viel Zeit und nicht ganz so viel Stress. Mal abgesehen von der Nervosität.

Der Parcours selber war schön flüssig. Ich fand, nur eine Ecke "störte" den Fluss und ich war schon bei der Streckenbesichtigung der Meinung, ich komme um dieses Eck nie ohne Pylonenfehler rum. Die erste Runde zeigte, dass das Tor aber kein Problem war. Da gab es dann etwas anderes: Aus der Perspektive bei der Umrundung des Kurses per pedes fiel nicht so auf, dass durch die "grünen Inseln", also bordsteinumrandete Beete mit recht großen Büschen, auf dem Parkplatz der Blick auf einige Pylonentore verdeckt wurde. Man kam also um eine Ecke und konnte nicht sehen, wie das folgende Tor angeordnet ist. Dies hat mich zunächst arg irritiert. Bei der Besichtigung stachen dann noch die "Findlinge" am äußeren Rand der Strecke ins Auge. Auf die war ich schon vorbereitet. Zwar kam ich beim fahren nie in die Nähe (und wenn, dann wäre wohl echt was falsch gelaufen), aber diese Steine liegen halt auch "irgendwo im Hinterkopf".

Das größte Problem war, Grenzen und Möglichkeiten des Autos zu erforschen. Wie ich schon gesagt habe, konnte ich noch nicht testen, was Bremsen und Reifen vertragen. Also lies ich es langsam angehen und steigerte mich von Lauf zu Lauf.
Ein Blick auf die Zeitentabelle verriet mir, dass ich fürchterlich langsam war. Dafür hatte ich aber noch Reserven und keinen kritischen Moment, wie ich ihn etwa in Ritterhude hatte.
Aber um ganz ehrlich zu sein: Ich habe einfach nicht den Mumm gehabt, gleich dem Auto so richtig in den Hintern zu treten oder bei der letzten Möglichkeit aufs mittlere Pedal zu steigen.
Mit den Sportreifen muss man sich auch auf ein völlig anderes Fahrgefühl einstellen. Bei den letzten beiden Slaloms war ich noch mit Straßenreifen ausgerückt. Den hierbei verwendeten Satz habe ich aber auf der Straße nicht mehr gefahren. Diese Reifen produzierten ein fürchterliches Untersteuern. Während ich das beim ersten Slalom auf das ausgelutschte Fahrwerk schieben konnte, so war beim zweiten Einsatz klar, dass die Reifen einfach mies waren. Ich konnte nicht fühlen, wie viel ich den Reifen zumuten durfte. Das Auto schmierte und rutschte dann, wobei es sich nicht so wirklich gut kontrollieren ließ.
Mit den Sportreifen ist das etwas ganz anderes. Der Golf liegt nun ziemlich neutral (soweit ich das beurteilen kann) und schiebt weniger über die Vorderräder. Ein Drift kündigt sich durch sanftes "eindrehen" in die Kurve an. Aber er bricht nicht aus oder so. Der alte Hase würde nun wahrscheinlich sagen: "Wenn du richtig Gas geben würdest, täte er das..." Keine Ahnung, ist mir auch egal. Ich fahre lieber erst mal mein eigenes schnelles Tempo.

Der Slalomsport ist im Moment eine große Prüfung für mich. Normalerweise bin ich ziemlich ungeduldig (nickt da jemand kräftig?). Nun darf ich aber nichts überstürzen. Einmal habe ich keine Lust, mein Auto zu zerstören und dann habe ich in Ritterhude ja gesehen was passiert, wenn man zu hektisch fährt. Mein Vertrauen in das Auto ist noch nicht so, wie es sein sollte. Aber im Gegensatz zu anderen (SE-)Startern habe ich auch noch keine anderweitige Motorsporterfahrung sammeln können.

Bevor die Gruppen F und H an den Start gingen, gab es noch die Siegerehrung. Dort habe auch ich wieder zwei Pokale bekommen. Allerdings habe ich mich nicht auf das Podest gestellt. Das war keine Respektlosigkeit. Ich habe die Pokale bekommen, weil ich alleine in meiner Klasse war. Auf das Podest stelle ich mich erst, wenn ich die Preise durch meine eigene Leistung errungen habe.
Übrigens war ich hinterher ganz froh, dass ich nicht noch bleiben konnte. So musste ich nicht mit ansehen, wie ein Gruppe H Kadett eine Zeit hinbrannte, die 18 Sekunden schneller war, als meine Bestzeit.
Als wir aus dem Park fermé kamen, hatten wir noch ein kurzes Gespräch mit Thomas Averbeck. Abgesehen davon, dass er der Mann war, der die drei Strafsekunden an Edith verteilt hat, die auf dem Weg aus dem Park fermé eine Pylone riss, fragte er mich, wie es denn so läuft und schaute sich auch meine Reifen an. Er zählte drei Dinge auf, die wichtig seien und fragte gleichzeitig, wie es bei mir aussieht...

Fahrwerk? (Na ja, ich glaube, es reicht zunächst)
Reifen? (Bin ich mit zufrieden... )
Fahrer? (Hm... ich dachte, es käme nun Motor... Fahrer ist ein blutiger Anfänger)
Die nächsten Verbesserungen müssen also in erster Linie beim Fahrer stattfinden. Trotzdem vermisste ich bei diesem Parcours auch Motorleistung. Der Golf sollte laut Brief 90 PS haben, doch wird das eine oder andere Pferdchen schon den Tod der hohen Laufleistung gestorben sein. Ich bin aber auf der Suche nach einem neuen Triebwerk. Mit ein bisschen weniger Gewicht reichen die 90 PS erst mal. Vor allem bei meinen Fähigkeiten....

Wie immer hat es fürchterlich viel Spaß gemacht und ich bedauere das nahe Ende der Saison.

Da die Startgelder und Entfernungen aber immer reichlich sind, werde ich dieses Jahr wohl auch nur noch eine Veranstaltung fahren.

Doch nächste Saison....

Sascha Langer